Die Außenvoliere im Winter
Oft wurde ich gefragt, wie die Außenhaltung von Wellensittichen im Winter funktioniert. Die kurze Antwort lautet: Im Grunde änderte sich am normalen Volierenbetrieb erstaunlich wenig.
Im ersten Jahr machte ich mir noch die Mühe, die Wellensittiche abends konsequent ins Schutzhaus zu scheuchen und die Ausflugklappe zu schließen. Nachdem sich jedoch zeigte, dass ein Großteil meiner Vögel selbst bei eisigen Temperaturen lieber draußen schlafen wollte, habe ich dieses Vorgehen wieder aufgegeben.
Voliere beheizen im Winter – Temperaturen, Frost und Technik
Sobald die Temperaturen unter den Gefrierpunkt sanken, kam im Schutzhaus ein Frostwächter zum Einsatz. Diese Geräte lassen sich auf eine Zieltemperatur einstellen; unterschreitet der Raum diese, schaltet sich der Heizer automatisch ein.
Der Frostwächter der Wellivilla war auf etwa fünf bis sieben Grad Celsius eingestellt. Ziel war nicht, den Raum „warm“ zu halten, sondern lediglich frostfrei. Dadurch blieb das Trinkwasser flüssig, und die Vögel hatten jederzeit die Möglichkeit, sich in einen geschützten Bereich zurückzuziehen.
Dank der guten Isolierung des Schutzhauses war der Frostwächter nur selten in Betrieb. Im Winter war es dort stets ein paar Grad wärmer als draußen. Alternativ wäre damals auch eine gesicherte, abgeschirmte Wärmelampe denkbar gewesen.
Heute würde ich das jedoch anders lösen. Statt die Raumluft zu erwärmen, hat es sich als deutlich sinnvoller erwiesen, gezielt Oberflächen zu temperieren. Möglich wird das durch moderne Infrarot-Heizpaneele, wie sie inzwischen auch im Tierhaltungsbereich eingesetzt werden.
Wichtig ist dabei die Unterscheidung zwischen zwei völlig unterschiedlichen Gerätetypen, die beide als „Infrarot“ verkauft werden. Ungeeignet sind einfache Infrarotstrahler, Rotlichtlampen, Quarzstrahler oder Heizlüfter mit sichtbaren Heizstäben oder Röhren. Solche Geräte können sehr hohe Temperaturen am Heizelement erreichen; bei manchen Bauarten sind diese Heizstäbe mit PTFE ummantelt. Wird dieses Material stark erhitzt, können für Vögel hochgiftige Dämpfe entstehen.
Geeignet sind hingegen flache Infrarot-Heizpaneele (Dunkelstrahler). Bei ihnen ist das Heizelement vollständig gekapselt und nicht frei zugänglich, die Oberflächentemperatur bleibt vergleichsweise niedrig, und es gibt keine glühenden Bauteile. Diese Paneele erwärmen nicht primär die Luft, sondern die angestrahlten Flächen und damit auch die Sitzplätze der Vögel. Dadurch entsteht ein trockener, angenehmer Wärmepunkt, ohne das Schutzhaus insgesamt stark aufzuheizen.
Solche Paneele aus dem spezialisierten Vogelbedarf sind vergleichsweise teuer; technisch funktionieren jedoch auch handelsübliche Infrarot-Heizpaneele aus dem Wohnbereich nach demselben Prinzip. Entscheidend ist nicht der Einsatzzweck laut Verpackung, sondern die Bauart: flache Heizplatte aus Glas, Metall oder Keramik, ohne sichtbare Röhren oder Heizstäbe.