Planung einer Außenvoliere

Bevor bei mir der erste Pfosten gesetzt wurde, standen viele Fragen im Raum. Wie groß ist groß genug? Wo steht die Voliere sinnvoll? Was ist genehmigungspflichtig, was nicht? Und wie viel Arbeit – nicht nur beim Bau, sondern über Jahre hinweg – bringt so ein Projekt eigentlich mit sich?

Mit der Wellivilla habe ich vieles gelernt, manches erst mit Verspätung, manches durch Ausprobieren. Genau diese Erfahrungen fließen in die folgenden Artikel ein. Sie sollen dir helfen, typische Denkfehler zu vermeiden, Prioritäten klarer zu setzen und Entscheidungen bewusster zu treffen, bevor du Fakten schaffst, die sich später nur noch schwer oder gar nicht korrigieren lassen.

Meine Außenvoliere in der Renovierungsphase - noch ohne Volierendraht

Aufwand: Wie viel Arbeit macht eine Außenvoliere?

Eine Außenvoliere bedeutet Arbeit – und zwar an 365 Tagen im Jahr. Mal mehr, mal weniger, aber ganz ohne geht es nicht. Wer sich für diese Form der Vogelhaltung entscheidet, sollte sich darüber im Klaren sein, dass sie nicht „nebenbei“ läuft.

Ein Teil der Aufgaben gehört zur ganz normalen Tierhaltung und fällt unabhängig davon an, ob Vögel drinnen oder draußen leben. Anderes ist sehr spezifisch für die Außenvoliere – und deutlich körperlicher.

Tägliche Routine: klein, aber unverzichtbar

Füttern und Tränken sind an sich keine große Sache. Sie gehören zwangsläufig zu jeder Form der Tierhaltung und sind zeitlich überschaubar. In einer Außenvoliere kommt allerdings hinzu, dass Futter- und Trinkgefäße schneller verschmutzen als in der Wohnung. Sie müssen daher regelmäßig gründlich gereinigt werden.

Unbedingt einplanen sollte man außerdem ein paar Minuten pro Tag, um jeden einzelnen Vogel kurz in Augenschein zu nehmen. Gerade in größeren Volieren ist es wichtig, Veränderungen früh zu bemerken, um bei Krankheit rechtzeitig reagieren zu können.

Reinigung: nichts für Zartbesaitete

Die Reinigung einer Außenvoliere ist mit der einer Zimmervoliere kaum vergleichbar. Je nach Bauweise und Einstreu kann sie mitunter körperlich anstrengend sein.

Säcke mit Einstreu und Futter schleppen, Einstreu sieben und wechseln – das alles gehört dazu. Und ja: Kacke von Holz wegschrubben wird in den seltensten Fällen zum Lieblingshobby. Wer hier empfindlich ist oder körperlich eingeschränkt, sollte das bei der Planung unbedingt berücksichtigen.

Auch bei der Gestaltung der Voliere lohnt es sich, vorausschauend zu denken. Ich habe mich beispielsweise für Steine als Dekoration entschieden. Diese sehen zwar schön aus, müssen aber ab und an bewegt oder umgesetzt werden. Deshalb sollte man nur Materialien verwenden, die man selbst noch handhaben kann.

Frühjahrsputz und Instandhaltung

Ein gründlicher Frühjahrsputz ist empfehlenswert und dauert erfahrungsgemäß mindestens einen ganzen Tag. Dabei geht es nicht nur um Sauberkeit, sondern auch um Kontrolle: Gibt es beschädigte Stellen? Hat sich irgendwo Feuchtigkeit gesammelt? Muss etwas repariert oder ersetzt werden?

Wer Holz verbaut hat und dieses pflegen möchte, sollte zusätzlich Zeit für Lasuren oder andere Schutzmaßnahmen einplanen. Diese Arbeiten lassen sich nicht zwischen Tür und Angel erledigen, zahlen sich aber langfristig aus.

Der Schleusenbereich: ein unterschätzter Zeitfaktor

Ein ausreichend großer Vorraum im Schutzhaus – also der Schleusenbereich – kann im Alltag enorm Zeit sparen. Wenn dort Futter, Einstreu, Reinigungsgeräte, Kescher und andere regelmäßig benötigte Dinge gelagert werden können, entfällt das ständige Hin- und Hertragen.

Kurze Wege machen im Alltag einen spürbaren Unterschied, gerade dann, wenn bestimmte Arbeiten täglich oder mehrmals pro Woche anfallen. Der Schleusenbereich ist deshalb nicht nur ein Sicherheitsaspekt, sondern auch ein organisatorischer.

Entsorgung mitdenken

Was ebenfalls gern unterschätzt wird, ist die Frage der Entsorgung. Einstreu, Sand und organische Abfälle müssen irgendwohin – und zwar regelmäßig.

Je nach Material kommen Kompost, Mulchflächen oder die Biotonne infrage, manchmal bleibt nur der Restmüll. Auch hier spielen Laufwege eine Rolle: Je weiter die Entsorgungsmöglichkeiten entfernt sind, desto größer wird der tatsächliche Zeitaufwand.

Solche praktischen Details entscheiden oft darüber, ob Arbeiten als lästig oder als gut machbar empfunden werden.

Urlaub: Wer übernimmt?

Wer nicht dauerhaft auf Urlaub verzichten möchte, braucht eine vertrauenswürdige Person, die sich während der Abwesenheit täglich um die Vögel kümmert. Das ist bei einer Außenvoliere nicht verhandelbar.

Hat diese Person selbst wenig Erfahrung mit Vogelhaltung, empfiehlt es sich, im Vorfeld einen Ansprechpartner zu organisieren, der im Notfall telefonisch oder – noch besser – vor Ort unterstützen kann. Aus meiner Erfahrung werden Vögel nämlich genau dann krank, wenn man selbst im Urlaub ist.

Fazit: Aufwand realistisch einschätzen

Der Aufwand einer Außenvoliere ist nicht zu unterschätzen. Er ist machbar, aber er verlangt Regelmäßigkeit, körperlichen Einsatz und Organisation. Wer sich dessen bewusst ist und entsprechend plant, kann vieles vereinfachen.

Im Bereich Zubehör für den Volierenalltag findest du Tipps zu hilfreichen Dingen, die mir die Pflege der Wellivilla damals erleichterten.

So war es bei mir: Reinigung und Pflege der Wellivilla

Wie viel Arbeit machten Reinigung und Pflege der Wellivilla? Der laufende Reinigungsaufwand entstand selbstverständlich regelmäßig. Hinzu kamen Pflege- und Renovierungsarbeiten, die – je nach Material und Nutzung – jährlich oder auch nur alle paar Jahre anfielen.

Regelmäßige Reinigungsarbeiten

Der Flugraum der Wellivilla war zuletzt komplett mit Erde befüllt. Diese harkte ich regelmäßig durch und entfernte den Kot. Begrünte Bereiche schnitt ich zurück, sofern sie verschmutzt waren.

Der vordere Teil des Außenbereichs war früher mit Papageiensand ausgestreut. Dort kehrte ich mit dem Rechen regelmäßig alles zusammen und siebte den Sand durch, sodass der Schmutz im Sieb hängen blieb. Zusätzlich trug ich alle paar Wochen Sand ab und ersetzte ihn durch frischen. Insgesamt waren dort etwa 50 bis 75 Kilogramm Sand verteilt.

Im Schutzraum lag eine dicke Schicht Hanfstreu. Der obere Bereich wurde abgekehrt und bei Bedarf frische Einstreu nachgestreut.

Geputzt wurde grundsätzlich mit einfachen Mitteln: Topfschwamm, Wurzelbürste, Lappen und klares Wasser. Gereinigt wurde alles – Holz, Äste und Fliesen. Jedes Jahr im Frühjahr räumte ich den Schutzraum komplett leer und säuberte ihn mit dem Hochdruckreiniger.

Holzschutz – womit streichen?

Die Frage nach dem richtigen Holzschutz rangiert bei Anfragen zuverlässig ganz oben. Während der äußere Bereich einer Voliere meist unproblematisch ist, wird es dort kritisch, wo die Vögel direkten Kontakt mit dem Holz haben und daran nagen könnten.

Für den Holzschutz im Innenbereich der Voliere verwendete ich eine Dickschicht-Lasur der Hornbach-Hausmarke. Die Lasur ist für Kinderspielzeug geeignet und bietet damit zumindest eine gewisse Sicherheit.

Größere Zweifel an der Verträglichkeit dieser Lasur hatte ich allerdings nach einer sehr speziellen Erfahrung nicht mehr. Als die Voliere vor einigen Jahren durch Fachleute erweitert wurde, übernahmen diese netterweise auch gleich den Anstrich – und ließen die Vögel aus dem Schutzraum, bevor die Farbe vollständig getrocknet war.

Da die Lasur ausgerechnet rotbraun war, blieb mir beinahe das Herz stehen, als ich später zur Voliere kam: Mehrere Vögel hatten bräunliche Flecken im Gefieder, die zunächst wie getrocknetes Blut aussahen. Die Erleichterung kam erst mit der Erkenntnis, dass es sich „nur“ um Farbreste handelte.

Viel tun konnte ich in diesem Moment nicht. Das Fazit: Alle Vögel hatten es gut überstanden, es traten keinerlei Vergiftungsanzeichen oder gesundheitliche Probleme auf.

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Nageschutz nicht vergessen

Trotzdem rate ich dringend dazu, alle Bereiche, die benagt werden können, zusätzlich zu schützen – zum Beispiel durch Lochblech*. Dabei geht es nicht nur um mögliche gesundheitliche Risiken, sondern auch um den Erhalt der Bausubstanz.

Bei nagefreudigen Vögeln wie Wellensittichen kann unbehandeltes Holz sonst über die Jahre erheblich leiden. Im ungünstigsten Fall gibt irgendwann die Konstruktion nach – und das möchte man wirklich nicht erleben.

Zwei Wellensittiche in der Außenvoliere; Lochblech im Hintergrund als Nageschutz
Leicht zu verarbeiten, gut abzuwischen und schützt das Holz vor Nage- und Kotspuren: Lochblech

Pflegeintervalle und Optik

Einen neuen Anstrich erhielt die Wellivilla etwa alle zwei bis drei Jahre. Das ursprünglich rötliche Holz bekam im Laufe der Zeit mehrere Anstriche in einem dunklen Palisander-Farbton, der mir rückblickend deutlich besser gefiel als die ursprüngliche Farbe.

Regelmäßige Pflege ist Arbeit, keine Frage. Sie sorgt aber dafür, dass die Voliere funktional bleibt, sicher ist und auch optisch nicht völlig verwahrlost – und genau das zahlt sich langfristig aus.

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