Die Wellivilla – Geschichten, Experimente und ein bisschen Wahnsinn

Hier geht es um das, was passiert, wenn Begeisterung, Tatendrang und ein kleines Maß an Selbstüberschätzung aufeinandertreffen. Die Wellivilla war über viele Jahre mein großes Projekt, mein Spielplatz für Ideen – und manchmal auch für ziemlich absurde Einfälle. (Stichwort: Felswand. Sah großartig aus. War es nicht.)

In diesem Bereich findest du die Entstehung, die Erweiterungen, die Renovierungen und all die kleinen und großen Experimente, die aus einer einfachen Außenvoliere nach und nach ein sehr persönliches Stück Garten, Herzblut und Lernkurve gemacht haben. Vieles davon würde ich heute anders machen. Vieles würde ich genau so wieder tun, hätte mein Leben nicht eine andere Richtung genommen. .

Meine Gartenvoliere nach der Renovierung mit neuem Aufbau und Plexiglas-Doppelstegplatten als Dach.

Zehn Jahre Wellivilla – ein Grund zu renovieren

Zehn Jahre Wellivilla – das klang zunächst nach Jubiläum. In der Realität war es vor allem ein Anlass für eine umfassende Renovierung. Das Dach hing durch, der alte Teil des Flugraums begann vor sich hin zu morschen, und ich wäre nicht ich, wenn mir bei der Planung nicht wieder etliche Hirngespinste – und mindestens genauso viele wieder verworfene Ideen – durch den Kopf gegangen wären.

Die Renovierungsplanung begann ganz grob bereits im November 2009. Im April 2010 wurde es dann ernst.

Lange habe ich überlegt, ob ich nur das fertige Ergebnis zeigen oder die Renovierung quasi live dokumentieren sollte. Eigentlich lasse ich mir nicht gern über die Schulter schauen, wenn ich mir selbst noch nicht hundertprozentig sicher bin, dass alles so klappt, wie ich es mir vorstelle. Aber dann dachte ich mir: No risk, no fun.

Also habe ich mich für einen Renovierungsbericht in Tagebuchform entschieden – der auch heute noch nachzulesen ist.

Die Fotos setze ich euch eine Galerie statt in den Artikel.
Am Ende findet ihr ein nettes Video mit dem Endergebnis.

Der Abriss – die Wellivilla wird zerpflückt

06. April 2010

Nächste Woche wird es ernst. Das Abrisskommando hat sich angekündigt, um den Flugraum abzubauen. Ein bisschen Bammel habe ich schon.

Bis dahin musste ich den Volierendraht von den Holzpfosten abfriemeln – und vorher natürlich meine Chaotentruppe einsammeln und auf Käfige verteilen. Die aktuelle Phase lässt sich ganz gut mit „mentale Vorbereitung“ beschreiben.

09. April 2010

Pah, mental! Heute Mittag begann die Arbeit noch relativ harmlos mit dem Einrichten der Übergangsvolieren im Wintergarten und dem Umsetzen der lieben Kleinen.

Sieben Stunden später sah die Sache anders aus: Blasen an den Händen, blutige Schrammen, abgebrochene Fingernägel. Verursacht nicht von den Wellensittichen, sondern von der extrem gemeinen Aufgabe, Volierendraht vom Holz zu lösen.

Ich habe es geschafft. Und bin es auch.

Der Draht ist runter – ein Rückzieher ist jetzt nicht mehr drin.

12. April 2010

Das Abrisskommando war da und hat ganze Arbeit geleistet. Was folgte, war kontrollierte Verwüstung. Die schockierenden Bilder habe ich damals chronologisch dokumentiert – vom ersten Einschnitt bis zum völlig zerlegten Flugraum.

Der Neuaufbau – Schritt für Schritt

21. April 2010

Eine erstaunlich optimistische Überschrift, wenn man bedenkt, was noch vor mir lag. Aber bis hierhin lief alles gut.

Die Maurer aus Castrop-Rauxel setzten im hinteren Bereich ein Mäuerchen und mauerten vorn einen Ausgleich zur Randstein-Rasenkante. Fotos musste ich nachreichen – bei der Wetterlage und meiner eigenen Matscherei mit Fliesenkleber beim Felswandbau war mir das Kamerarisiko zu groß.

Die Mauern mussten nun durchtrocknen, dann konnten Holz und Doppelstegplatten kommen.

29. April 2010

Stillstand. Ich wartete auf Dachdecker, Holz und Doppelstegplatten. Untätig war ich trotzdem nicht: Der halbe Garten wurde gestrichen – die Holzteile, nicht die Blumen – und die Voliere gleich mit.

Die sichtbare Hälfte war fertig gestrichen. Und ja: schick war sie.

16. Mai 2010

Endlich Bewegung. Das Holz kam – sensationellerweise – zwei Tage zuvor. Ich begann mit dem Streichen und hoffte, rechtzeitig fertig zu werden. Der eigentliche Wiederaufbau des Flugraums konnte allerdings erst ab Mitte der Woche beginnen.

Vorbereitet war inzwischen alles, was vorzubereiten ging.

21. Mai 2010

Die Dachdecker waren da. Einen Tag später als angekündigt, aber sie waren da. Der Aufbau des Flugraums begann.

Da die Holzkonstruktion noch nicht ganz fertig war, verzögerte sich alles weiter. Pfingsten tat sein Übriges. Frustrierend – aber immerhin konnte ich im vorderen Bereich schon mit dem Anbringen des Drahtes beginnen.

Ein Detail zeichnete sich bereits ab: Der neue Flugraum würde höher werden als zuvor. Das Dach lag nicht mehr komplett auf einer Höhe, was das Hineinschauen deutlich erleichterte. Künftig würde ich dafür allerdings eine Trittleiter brauchen.

25. Mai 2010

Feiertage überstanden. Das Dach war da. Noch nicht ganz fertig, die Schutzfolie war noch drauf, aber der schlimmste Teil war geschafft. Die Doppelstegplatten für die Rückseite sollten am nächsten Tag kommen.

Der Volierendraht an der Front war inzwischen ebenfalls angebracht.

30. Mai 2010

Fertig. Jippiiii!

Das Endergebnis – die neue Wellivilla

Am letzten Maiwochenende 2010 war es schließlich so weit: Die Wellivilla war fertig renoviert.

Direkt nach dem Einzug der Wellensittiche ins neue alte Zuhause habe ich spontan ein kleines Video gedreht. Nicht alle Bewohner waren darauf zu sehen – einige hielten sich noch vorsichtig im Schutzhaus auf.

In den folgenden Wochen habe ich weitere Fotos ergänzt. Für den Moment war das Projekt jedoch abgeschlossen, und ich habe die Renovierung mit einem guten Gefühl beendet – und mich auf meinen wohlverdienten Urlaub gefreut.

Viel Spaß mit „Wellivilla down under“.

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