Einrichtung einer Außenvoliere

Wie eine Außenvoliere eingerichtet ist, entscheidet darüber, wie sicher, abwechslungsreich und alltagstauglich sie für deine Vögel wirklich ist. Äste, Seile, Futterplätze, Einstreu, Badegelegenheiten oder auch eine Begrünung sind keine Dekoration, sondern sorgen für das Wohlbefinden der Tiere ganz unmittelbar.

In diesem Bereich findest du erprobte Lösungen aus der Wellivilla und praktische Erfahrungen zu Zubehör, Sitzmöglichkeiten, Fütterung, Baden, Einstreu, Begrünung und allem, was eine Voliere im Alltag funktional macht – damit die Einrichtung nicht nur gut aussieht, sondern für dich pflegeleicht bleibt und für die Vögel sinnvoll ist.

Ein Badeteich mit Fontäne in der Außenvoliere.

Baden in der Außenvoliere

Warum eine Bademöglichkeit wichtig ist

Eine Bademöglichkeit gehört zur Grundausstattung einer Außenvoliere – auch dann, wenn nicht jeder Vogel sie regelmäßig nutzt. Baden unterstützt die Gefiederpflege, fördert das Wohlbefinden und kann je nach Art, Jahreszeit und Individuum sehr unterschiedlich angenommen werden.

Gerade bei Wellensittichen reicht das Spektrum von begeisterten Badegästen bis hin zu konsequenten Nichtschwimmern. Das Badeangebot deshalb wegzulassen, ist aber keine gute Idee. Vorlieben ändern sich, und was heute ignoriert wird, kann morgen plötzlich interessant sein.

Was eine gute Bademöglichkeit ausmacht

Wichtigster Punkt ist die Sicherheit. Das Badegefäß sollte flach sein, gut einsehbar und einen problemlosen Ein- und Ausstieg ermöglichen. Viele Vögel bevorzugen seichtes Wasser; ein bis zwei Zentimeter Wassertiefe reichen völlig aus.

Mindestens genauso entscheidend ist die Hygiene. Stehendes Wasser muss regelmäßig gewechselt werden, schwer zugängliche Ecken begünstigen Algenbildung. Je einfacher die Konstruktion, desto wahrscheinlicher ist es, dass du sie konsequent sauber hältst.

Bewegtes Wasser bevorzugt

Bewegtes Wasser wirkt auf viele Vögel attraktiver und bleibt länger frisch. Mehr als eine kleine Fontäne oder sanfte Wasserbewegung muss nicht sein. Entscheidend ist nicht die Größe oder der Showeffekt, sondern eine zuverlässige Funktion und einfache Reinigung.

Ein gescheckter Kanarienvogel sitzt unter einer halbrunden Wasserfontäne
Vla in Nöten: Der kleine Vla hatte sich beim Baden unter die Fontäne verirrt und traute sich nicht mehr heraus. Die Wasserwand schien unmöglich zu durchbrechen! Mit ein wenig Hilfe schaffte er es dann aber doch.

Die Badeanlage der Wellivilla

Nach zahlreichen Experimenten hatte sich in der Wellivilla ein vergleichsweise simples, aber durchdachtes System bewährt.

Ein großes Speisfass war in den Boden eingelassen und diente als Wasserreservoir. Darauf lag passgenau zugeschnittener Volierendraht, der zusätzlich im Boden fixiert war. Auf dieser Konstruktion stand die eigentliche Badeschüssel – ein großer Blumenuntersetzer aus Kunststoff.

So entstanden keine offenen Spalten, in die sich neugierige Wellensittich-Damen hätten verirren können. In die Schüssel wurde ein etwa fünf Zentimeter großes Loch gebohrt. Eine Pumpe im Wasserbottich erzeugte eine kleine Fontäne und hielt das Wasser ständig in Bewegung; überschüssiges Wasser lief durch die Öffnung direkt wieder zurück ins Fass.

Die maximale Wassertiefe lag bei rund drei Zentimetern. Für besonders vorsichtige Badegäste lagen ein paar Steine in der Schüssel, die den Einstieg erleichterten. Vom Beckenrand zu springen war übrigens erlaubt.

Ein im Boden eingelassenes Speisfass, ein Blumenuntersetzer und eine Wasserfontäne ergeben eine zweckmäßige Badestelle für Vögel in der Außenvoliere.
Das Speisfass stand in der im Boden eingelassenen Vertiefung. Passgenau für den Rand des Blumenuntersetzers war der Volierendraht als Sicherung zugeschnitten. Da das Loch für die Fontäne etwas großzügig ausgefallen war, sicherte ein durchborter Stein (ehemals für ein Teelicht gedacht) diese Stelle.

Frühere Badevarianten: schön anzusehen, schwer zu pflegen

Vor dieser Lösung kamen verschiedene andere Badeformen zum Einsatz. Unter anderem zierte von 2005 bis 2008 ein Bachlauf den Flugraum. Optisch war das Ganze durchaus beeindruckend und etwas naturnaher.

Der Pflegeaufwand war allerdings erheblich. In dem System zirkulierten rund 100 Liter Wasser, die Pumpe musste alle paar Tage gereinigt werden, und die einzelnen Bachlaufteile setzten schneller Grünspan an, als man ihn sinnvoll entfernen konnte. Wenn du gern Grünspan schrubbst, ist das die richtige Lösung für dich – ich habe es irgendwann nicht mehr so gern getan.

Ein Bachlaufsystem in der Außenvoliere
Hübsch war er ja, der Bachlauf. Wer es trotz meiner Erfahrungen auch ausprobieren möchte: Bachläufe von Wasserkaskaden*

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Auch ein klassischer Badeteich war zeitweise im Einsatz (erstes Bild ganz oben). Die Kunststoffwanne wurde mit der Zeit jedoch marode. Die vorhandene Bodenvertiefung blieb bestehen und floss später in neue Konzepte ein.

Betrieb, Winterpause und Stromverbrauch

Das Springbrunnensystem lief tagsüber über eine Zeitschaltuhr und verursachte nur geringe Stromkosten. Fast das ganze Jahr über konnte es genutzt werden; lediglich bei Minusgraden blieb es außer Betrieb.

In dieser Zeit ist eine alternative Trink- und Bademöglichkeit im frostfreien Schutzhaus natürlich Pflicht.

Fazit: Einfach schlägt spektakulär

Aufwendige Wasserspiele sehen beeindruckend aus, scheitern im Alltag aber oft am Pflegeaufwand. Eine einfache, sichere und gut zugängliche Badegelegenheit wird zuverlässiger genutzt – und bleibt langfristig hygienisch.

Für die Vögel zählt am Ende nicht die Optik, sondern Funktion, Sicherheit und Verlässlichkeit. Und für dich gilt: Alles, was sich gut reinigen lässt, bleibt auch dauerhaft in Benutzung.

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