Wissen rund um Wellensittiche in der Außenvoliere

Eine Außenvoliere zu bauen ist das eine. Irgendwann kommen Themen auf, über die man sich anfangs wenig Gedanken macht: Was passiert, wenn Wohnungsvögel nach draußen ziehen? Vertragen sich wirklich alle Arten „irgendwie“? Und warum fangen Hennen plötzlich an, Eier an die absurdesten Orte zu legen, obwohl man doch gar nichts dafür getan hat?

Viele dieser Fragen entstehen nicht bei der Planung, sondern mitten im Alltag. Manche habe ich mir selbst erst gestellt, als ich schon längst mittendrin war. Andere sind klassische Fehler, die man mit ein bisschen Vorwissen sehr elegant vermeiden kann. Genau darum geht es hier: um Erfahrungen, Beobachtungen und Dinge, die man lieber vorher weiß, bevor man sie später mühsam wieder rückgängig machen muss.

Ein Wellensittich-Weibchen sitzt in einer Kokosnusshöhle und wird von ihrem Partner umsorgt.

Wellensittiche am Brüten hindern

Muss man in einer Außenvoliere nicht befürchten, dass Wellensittiche brüten? Und was kann man tun, um das zu verhindern?

Keine Brutmöglichkeiten – kein Problem?

Grundsätzlich gilt: Wer keine Brutmöglichkeiten anbietet, muss auch nicht allzu viel befürchten. In den vielen Jahren meiner Volierenhaltung hatte ich zum Glück nie einen Extremfall.

Zwar fand ich gelegentlich – meist im Spätsommer – einzelne Wellensittich-Eier auf dem Boden, aber keine der Hennen zeigte ein so starkes Brutverhalten, dass ich ernsthaft hätte eingreifen müssen. Da diese Eier nicht bebrütet wurden, habe ich sie einfach entfernt.

Versteckte Brutplätze erkennen und verhindern

Problematisch wird es dann, wenn Hennen in ausgeprägte Brutstimmung kommen und beginnen, sich Ecken und Löcher zu suchen – teilweise am Boden oder sogar unterirdisch –, um dort ein Gelege zu verstecken.

Die wichtigste Vorbeugungsmaßnahme besteht darin, alle potenziellen Brutplätze konsequent zu entfernen oder unzugänglich zu machen. Das kann bedeuten, Ecken zu schließen, Hohlräume abzudichten oder die Voliereneinrichtung so zu verändern, dass keine „geeigneten“ Nischen mehr vorhanden sind.

Brutstimmung rechtzeitig erkennen

In Phasen gesteigerter Brutlust sollte man besonders aufmerksam sein. Typische Anzeichen sind intensives Balzen, häufiges Schnäbeln und vermehrte Paarungen.

Hat eine Henne dennoch ein erstes Ei in einer versteckten Ecke abgelegt, muss schnell reagiert werden. Jedes neu gelegte Ei sollte sofort gegen eine Attrappe aus Kunststoff oder Gips ausgetauscht werden.

Wartet man zu lange, kann sich durch die Bebrütung bereits Leben im Ei entwickeln. Dann steht man vor einer Gewissensfrage: Entfernen oder nicht? Ein Dilemma ist es in jedem Fall.

Wer die Eier bei der Henne belässt und keinerlei Zuchterfahrung hat, muss sich in diesem Moment sehr schnell Wissen aneignen und Verantwortung übernehmen.

Brutlust über das Futter beeinflussen

Besser ist es, gar nicht erst so weit kommen zu lassen. Bei besonders triebigen Paaren kann man versuchen, die Brutstimmung über das Futter zu dämpfen.

Dabei geht es nicht darum, weniger zu füttern, sondern vorübergehend weniger gehaltvoll und weniger abwechslungsreich.

Konkret bedeutet das:

  • kein Eifutter
  • weniger Grünfutter
  • kein Keim- oder Quellfutter

In Australien brüten Wellensittiche nur dann, wenn das Nahrungsangebot reichhaltig ist. Durch die Reduktion gehaltvoller Nahrung simulieren wir also das Ende der Brutzeit.

Fazit

Brutverhalten lässt sich in einer Außenvoliere nicht vollständig ausschließen, aber in den meisten Fällen gut kontrollieren. Wer keine Nistmöglichkeiten anbietet, aufmerksam bleibt und frühzeitig gegensteuert, kommt in der Regel ohne größere Probleme durch.

Vorbeugung, Beobachtung und konsequentes Handeln sind dabei deutlich einfacher – und stressärmer – als spätere Notlösungen.

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