Wissen rund um Wellensittiche in der Außenvoliere

Eine Außenvoliere zu bauen ist das eine. Irgendwann kommen Themen auf, über die man sich anfangs wenig Gedanken macht: Was passiert, wenn Wohnungsvögel nach draußen ziehen? Vertragen sich wirklich alle Arten „irgendwie“? Und warum fangen Hennen plötzlich an, Eier an die absurdesten Orte zu legen, obwohl man doch gar nichts dafür getan hat?

Viele dieser Fragen entstehen nicht bei der Planung, sondern mitten im Alltag. Manche habe ich mir selbst erst gestellt, als ich schon längst mittendrin war. Andere sind klassische Fehler, die man mit ein bisschen Vorwissen sehr elegant vermeiden kann. Genau darum geht es hier: um Erfahrungen, Beobachtungen und Dinge, die man lieber vorher weiß, bevor man sie später mühsam wieder rückgängig machen muss.

Zwei Wellensittiche sitzen auf einem Ast neben einem Ziegensittich in einer Außenvoliere

Wellensittiche mit anderen Vogelarten halten?

Mit welchen anderen Vogelarten lassen sich Wellensittiche in einer Außenvoliere gemeinsam halten?

Ich habe es jahrelang anders gemacht, irgendwann selbst gemerkt, dass es nicht optimal war, und daraus Konsequenzen gezogen. Heute empfehle ich klar: Beschränkt euch auf Wellensittiche (oder eben eure Lieblings-Vogelart).

Ich weiß sehr gut, wie verlockend es ist, „noch ein bisschen Abwechslung“ in eine große Voliere zu bringen und andere Vogelarten dazuzusetzen. Genau deshalb schreibe ich diesen Abschnitt so deutlich.

Vorsicht bei Empfehlungen von außen

Fragt man Züchter nach der Kompatibilität ihrer angebotenen Arten mit Wellensittichen, bekommt man leider oft Antworten, die eher von Verkaufsinteresse als von Verantwortung zeugen.

Sätze wie „Klar, das passt schon“ habe ich selbst gehört – und mich darauf verlassen. Bei mir ist es glücklicherweise gut gegangen. Heute weiß ich allerdings, wie riskant dieses Vorgehen war.

Ich würde es nicht wieder tun und auch niemandem empfehlen.

Eigene Erfahrungen – ausdrücklich nicht zur Nachahmung

Zu den Spitzenzeiten meiner eigenen Unvernunft lebten in der Wellivilla neben Wellensittichen auch Kanarienvögel, Zebrafinken sowie jeweils ein Paar Singsittiche und Ziegensittiche.

Das ist ausdrücklich nicht zur Nachahmung empfohlen.

Wellensittiche und Kanarienvögel / Zebrafinken

Spitzschnäbel wie Kanarienvögel oder Zebrafinken haben extrem feine Beinchen. Ein einziger Biss eines Wellensittichs kann ausreichen, um ein Bein zu brechen.

Dieses Risiko steigt besonders dann, wenn die Voliere eher klein ist oder zu viele Vögel beherbergt. Bei sehr viel Platz zum Ausweichen ist die Gefahr zwar geringer, da Stress reduziert wird – aber sie verschwindet nicht.

Meine klare Empfehlung lautet daher: lieber nicht.

Wellensittiche mit anderen Sitticharten

Von allen Sitticharten gelten mir persönlich nur Nymphensittiche und Katharinasittiche als halbwegs unproblematisch in der Vergesellschaftung mit Wellensittichen.

Viele andere Sittiche neigen zu Aggressionen, insbesondere in der Brutzeit. Andere wiederum sind so ruhig und zurückhaltend, dass sie von der lebhaften, quirligen Art der Wellensittiche massiv gestresst werden und in einer gemischten Voliere regelrecht „untergehen“.

Grassittiche sind hierfür ein typisches Beispiel.

Wellensittiche und Papageien

Papageien jeglicher Art als Gesellschaft für Wellensittiche sind absolut indiskutabel.

Wer sich einmal einen Papageienschnabel genauer angeschaut hat und auch nur ein Mindestmaß an Vorstellungskraft besitzt, weiß, was ein solcher Schnabel bei einem kleinen Wellensittich anrichten kann.

Hier gibt es keine Grauzone und keine Ausnahmen.

Fazit

Auch wenn es verlockend ist: Die gemeinsame Haltung von Wellensittichen mit anderen Vogelarten birgt erhebliche Risiken.

Wer Wellensittiche hält, fährt am sichersten – und letztlich auch am fairsten – damit, bei dieser einen Art zu bleiben.

Rückblickend war das eine der wichtigsten Erkenntnisse aus meiner eigenen Volierenhaltung.

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